Nach einer Woche herrlichem entspannendem Urlaub am Wasser ging es mit dem Slowboot auf das Festland, nach Ban Peh. Hierbei mussten wir unsere großen Koffer teilweise über zwei andere Boote hieven, um an Land zu gelangen. Keine leichte Sachen, es gibt keine Stege oder andere Hilfen außer hilfreiche Hände. Von Ban Peh aus ging es mit dem klimatisierten Big Bus zum Preis von 163 Bahrt für zwei Personen nach Bangkok. Die Fahrt ist nicht langweilig und wen der Kulturschock nicht allzu sehr trifft, der ist sehr interessiert an dem alltäglichen Leben in und auf den Straßen. Nach 3 und einer halbe Stunde erreichten wir Bangkok, wo sich der Bus durch etliche Staus kämpfen musste. Einen Busbahnhof konnten wir aus unserer Sicht bei der Ankunft nicht ausmachen. Der Bus hielt einfach in einer Sackgasse. Aber zum Glück standen Taxen dort. Wir wurden auch von anderen Pkw-Fahrern angesprochen, aber das war uns zu unsicher. So nahmen wir unser Taxi, welches uns für vorher ausgehandelte 400 Bahrt (2 Personen) zu unserem Hotel Twin Tower brachte. Der Verkehr war einfach furchtbar; wie schön fährt es sich doch in Berlin.


Das Hotel ist wunderschön und eine super Preisklasse. Das Einschecken ging reibungslos, wobei wir auch hier Vorauskasse leisten mussten. Der Zimmerpreis mit 1.800 Baht pro Nacht war auch für unsere Verhältnisse moderat. Unser Zimmer lag im 11. Stock und war einfach wunderschön, geschmackvoll und gemütlich. Die zwei Einzelbetten so breit wie je ein Doppelbett. Die Aussicht auf Bangkok war von hier oben auch beeindruckend.
Wir ruhten ein wenig im klimatisierten Zimmer aus und gingen dann abends zur Skybahn, die in 10 Minuten Fußweg vom Hotel zu erreichen war, um zum Siam-Einkaufscenter zu fahren. Ich glaube, dass in der ganzen Zeit, die wir Urlaub in Thailand gemacht haben, mein Mann und ich die einzigsten Touristen waren, die auch mal ein paar Wege zu Fuß gegangen sind. Überall stehen ja Sammeltaxen und in Bangkok die Tuk Tuk bereit, um jemanden auch nur einen Meter weit zu fahren, damit er sich auf dem staubigen und dreckigen Pflaster Bangkoks nicht die Füße schmutzig machen musste. Aber dadurch entdeckt man weniger. So wie wir zum Beispiel auf unserem ersten Weg, der uns an einem riesigen Fitnesscenter vorbeiführte, die 30-40 Frauen, die neben der befahrenen Hauptstraße nach Musik und den Vorführungen einer Trainerin auf einer Bühne ihre Übungen machten. Das ist wahre Fitness!

Die Einkaufscenter von Bangkok sind riesig, sehr gut und großzügig organisiert und umwerfend schön. Im Parterre gibt es einen riesigen Gourmet-Tempel mit allen lukullischen Leckerbissen, sowohl zum Mitnehmen als auch in sehr guten Restaurants zu verspeisen. Es gibt auch einen sehr großen Supermarkt dort mit einem großen vielfältigen Angebot an Obst. Wir haben uns ein japanisches Restaurant ausgesucht. Danach ging es in die oberen Etagen zum Einkaufen. In dem Center gab es nur wenige einheimische Ware, mehr internationale Markenwaren von Kleidung über Schmuck, Uhren bis hin zu Schuhen. Die thailändischen Mädchen und Frauen waren überaus geschmackvoll und teuer gekleidet, von Kopf bis Fuß. Und bei den schlanken Figuren sahen einfach alle Kleider, Kostüme und Röcke sehr gut aus.

Der nächste Tag gehörte unserer Suche nach einem Schneider, damit mein Mann sich seine Hosen, Jacken und Hemden schneidern lassen konnte. Wir hatten Glück. Im Hotel gab es einen indischen Schneider, Mr. Anan (Anan Tailor), der sehr gute Stoffe zu guten Preisen anbot. Wir erklärten unsere Wünsche, suchten die Stoffe aus und hörten von ihm nur „no problem“. Und so war es auch. Am nächsten Tag waren die ersten Stücke bereits so gut wie fertig und bis zum Abreisetag wurde noch ein- bis zweimal probiert und geändert und so waren tatsächlich alle 5 Hosen, 2 Westen, ein Jacket und zwei Hemden fertig. Hinzu kamen noch 5 einfache Damenröcke und 1 Damenhose. Alles in Topqualität, sehr gut geschneidert und verarbeitet. Wie gesagt „no problem“ und alles in einer netten Atmosphäre.

Und da alles gut lief konnten wir unser Sightseeing-Progamm noch am selben Tag starten. Zuerst gingen wir vom Hotel zu Fuß zum Wat Trimiti, um den einzigen Massivgold-Buddha zu bewundern. Im Wat waren auch eine Menge Gläubige, die mit ihren Räucherstäbchen und den geschlossenen Lotusblumen in den Händen zu Buddha beteten. Dieses Wat war wie viele andere sehr klein. Ich hatte mir diese Gebetsanlagen viel größer vorgestellt. Nur das Wat Po und das Wat Ratchanaddaram sind größere Tempelanlagen, in denen auch die Bonzen wohnen und leben. Den Grand Palace konnten wir leider nicht besichtigen, da zu der Zeit noch Staatstrauer angesagt war, wegen des Ablebens der Schwester der Königin.
Nach dem Besuch von Wat Trimitri gingen wir durch China Town zu einem großen chinesischen Tor. Dort sprach uns ein Thailänder an, welcher fragte ob er uns helfen könnte. Dann machte er uns ein paar Vorschläge für die Besichtigung, so das Wat Ratchanaddaram und den Mamortempel (Wat Benchamaphit) sowie wegen unserer Schneiderwünsche (ich brauchte noch ein Kleid) einen Markt, wo die Einheimischen selber für Verkaufsläden schneidern. Er hielt auch ein Tuk Tuk an, sagte uns wie man mit den Fahrern verhandeln muss und wann man bezahlt und was zu teuer heißt „peng maak“ und los ging es. Und diese Fahrt klappte sehr gut, obgleich es bei dem Verkehr nicht ungefährlich in diesen offenen Gefährten ist. Hinzu kommt, dass in den Straßen Bangkoks der Gestank nach den Auspuffgasen dermaßen extrem ist, dass mir teilweise schwindelig war und ich mir die ganze Zeit etwas vor die Nase halten musste. Die Straße vor uns war richtig blau von den Gasen. Bis auf den Schneidermarkt, verlief die Fahrt gut. Der Fahrer hielt nämlich nicht an dem Markt, sondern vor einem Geschäft, wo die Bestellung von einem Verkäufer, der keine Ahnung vom Schneidern hatte angenommen wurde, sehr wohl aber von überhöhten Preisen. Aber da wir es nicht besser wussten, gab ich mein Kleid dort in Auftrag. Keine gute Idee, wie wir später merken sollten.
Zum Abschluss fragte uns der Fahrer, der wirklich mit dieser Tour nicht viel verdient hat, ob wir einverstanden wären, dass er an einem Juwelierladen hält, wo Schmuck gefertigt und verkauft wird. Da wir ihm auch entgegenkommen wollten, sagten wir zu. Es war eine Werkstatt mit riesigem Verkaufsbereich, wunderschön gestaltet, wobei jeder Besucher seine persönliche Führung hatte. Der Schmuck sah nicht schlecht aus und die Preise waren zwar hoch, aber für unsere Verhältnisse bezahlbar. Trotzdem hatten wir nicht vor zu kaufen und haben es auch nicht getan. Jedoch sei anderen Bangkokurlaubern, welche die Stadt auf eigene Faust erkunden wollen, gesagt, dass es nicht so einfach ist, ein Tuk Tuk zu finden, welches einen ausschließlich und zu einem guten Preis zu dem angegebenen Ziel bringt. Um zu dem Schneiderladen zur Anprobe zu fahren, mussten wir oft vier bis fünfmal einen anderen Fahrer ansprechen. Man wird immer angesprochen und bekommt die Fahrten auch sehr billig, aber dann muss man damit rechnen, dass man vor einigen Läden abgesetzt wird, wo die Fahrer Provisionen erhalten und sein eigentliches Ziel erreicht man, wenn man Glück hat, nach einigen Stunden. Abends ging es wieder zum Essen und Schoppen ins Siamcenter, nachdem wir uns zwei Stunden im Hotel ausgeruht hatten, denn die Fahrt durch Bangkok war anstrengend.

Der nächste Tag gehörte dem Besuch vom Wat Po und dem Tempel der Dunkelheit. Mit der Skybahn fuhren wir bis zur Endhaltestelle, um von dort mit dem Chao Phraya Express Boat zum Wat Po zu fahren. Der Chao Phraya ist ein ziemlich breiter Fluss, das Wasser richtig kakaobraun. Sehr renomierte Hotels liegen direkt am Wasser, aber auch kleine baufällige, offene Holzhütten, die auf Pfählen ins Wasser gebaut wurden und wo die Einheimischen wohnen. Man sieht die großen spitzen Langboote auf dem Wasser und Ausflugsdschunken. Bis zum Wat Po sind es nur einige Stationen. Auf dem Express Boat waren nur wenige Touristen. Von der Anlegestelle bis zum Wat waren es nur wenige Minuten Fußweg. Die Tempelanlage ist sehr groß, die einzelnen Gebetshäuser, Tempel, Schulen, Mönchs-wohnungen etc. sind nicht sehr hoch, aber wunderschön mit farbigen Mamormosaiken gearbeitet. Kleine grüne Oasen schmücken das Ganze. Zuerst haben wir natürlich den riesigen liegenden Buddha aus Blattgold bewundert, an die 30 bis 40 Meter ist er lang und einfach bezaubernd.

Nach dem Besuch des Buddhas machten wir uns auf die Suche nach dem Stützpunkt für die traditionelle Thaimassage, die im Wat Po gelehrt wird. Für 360 Baht konnte man sich eine Stunde lang von den Techniken der Thaimassage und den bewährten Händen der Masseure verwöhnen lassen, obgleich die Massage, welche auch eine Druckmassage ist, manchmal recht schmerzhaft sein konnte. Aber zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um Techniken des Relaxing und Streching handelt, die mit Akkupressur an bestimmten Punkten verbunden wird. Man muss leichte Bauwollkleidung anziehen und liegt in einem kleinen Raum zusammen mit fünf anderen Personen, in denen nur das Rauschen des Ventilators und der leise Stimmenwechsel der Masseure zu hören ist.

Angenehm gestreckt und entspannt, fuhren wir mit der Fähre in ein paar Minuten über den Fluss und besuchten das Wat Arum (den Tempel der Dunkelheit). Dieser Tempel besteht aus einem sehr hohen und pyramidenartig gebauten Tempel, welcher von kleineren Tempel umrahmt wird. Er heißt deshalb Tempel der Dunkelheit, weil er nicht von innen besucht werden kann. Man kann nicht eintreten, sondern den Tempel nur besteigen. In einer Ecke im Hof saß ein Einheimischer, einzeln und mit der ganzen Familie und kauften sich einen Eimer, in welchem verschiede Gerätschaften und Esswaren enthalten waren und diesen Eimer stellten sie symbolisch vor den Bonzen, von dem sie sich anscheinend Segen geben ließen, denn der Bonze betete in einem Singsang und die Zuhörer verneigten sich und sprachen auch ein Gebet. Danach gaben sie dem Bonzen noch mehr Geschenke, nahmen den Eimer und stellten ihn wieder für den Nächsten zum Kaufen hin.
Anschließend fuhren wir wieder ins Hotel, wo wir in der Lounge Bier tranken und noch einmal zur Anprobe mussten. Da es Sonntag war und wir den Großen Markt besuchen wollten, der nur am Wochenende geöffnet hat, ging es wieder zur Skybahn und wir fuhren bis zur Endstelle „Mo Chit“, wo der Markt bereits beginnt. Dieser Markt zieht sich über mehrere Straßen hin, mit zahlreichen Querläufern, teilweise überdacht, teilweise offen. Ich glaube, man braucht mindestens zwei oder drei Tage, um alles zu sehen. Hier kaufen eigentlich nur die Einheimischen ein. Man kann wirklich vom Kamm bis zum Kleid oder Hundebaby alles kaufen. Jedoch ist die Möglichkeit des Handelns bei den Preisen anders als in der Stadt oder in Pattaya. Die Spanne, den Preis herunterzuhandeln ist sehr niedrig – auf keinen Fall kann man ihn bis zu 50 oder 75 v. H. drücken.
Der nächste Tag war unser letzter und wir erledigten alle Schneideranproben, ruhten ein wenig am Hotelpool aus und gingen abends wieder ins Siamcenter zum Essen und Shoppen. Für den nächsten Tag, für die Fahrt zum Flughafen hatten wir uns bereits am Vortag ein Taxi bestellt zum Preis von 600 Bahrt (für 2 Personen). Das Taxi war auch am nächsten Tag zur Stelle und fuhr uns sehr schnell über die Autobahn zum Flughafen. Das Auto war jedoch so klein, dass nur ein Koffer in den Kofferraum passte, der andere quetschte sich mit mir auf den Rücksitz, aber was macht das schon. Mit einem letzten Blick auf Bangkok verabschiedeten wir uns von einem wunderschönen Urlaubsland.
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