Jul 06 2008

Profilbild von Dave
Dave

Krankenversicherungen in Thailand

Abgelegt 08:22 unter Leben

Krankenversicherungen in Thailand

Vor ein paar Tagen musste mein deutscher Nachbar in ein thailändisches Krankenhaus. Alles fing mit „harmlosen“ Magenschmerzen an, angeblich hervorgerufen durch den Konsum eines Eiskaffees vom Straßenverkauf. Ob das wirklich der Grund war? Jedenfalls gingen die Schmerzen nach drei Tagen nicht weg, so dass er in ein thai-übliches staatlich gefördertes Krankenhaus fuhr. Dort musste er, zunächst 40 Minuten warten, bevor ein Arzt Zeit für ihn hatte. Nach einem kurzen Gespräch, bekam er eine Spritze für 350 Baht (ca. 7 Euro) und durfte wieder nach Hause fahren. Die Schmerzen waren zwar weg, doch sein Kreislauf spielte total verrückt. Nach 8 Stunden ohne Schmerzen aber mit Fieber, fuhr er letztendlich doch in ein Privatkrankenhaus, nachdem er am nächsten Morgen durch Magenkrämpfe wach wurde.

Prompt, bekam er ein Einzelzimmer mit Klimaanlage, UBC-Fernsehen, Ledercoach, Kühlschrank und ein zweites Bett für seine Angehörigen. In Thailand ist es üblich, dass die Angehörigen mit im Zimmer schlafen dürfen. Deswegen sind die Krankenhäuser auch immer so voll. Da kommt gleich die ganze Familie mit Kind und Kegel. Die Kosten für das Zimmer betrugen 1.000 Baht (ca. 20 Euro) pro Nacht. Am ersten Tag haben die Ärzte ein EKG gemacht (2.000 Baht), eine Spritze gegeben und Insulin über den Tropf verabreicht (400 Baht). Am zweiten Tag wurden Ultraschall (3.000 Baht) und eine Magenspiegelung (6.000) gemacht. Danach diagnostizierten die Ärzte eine Magenentzündung mit bösartigen Gallensteinen – also keine Lebensmittelvergiftung, wie erst angenommen. Am gleichen Abend noch wurde operiert. Die Operation kostete 20.000 Baht. Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt mit diversen Behandlungen betrug die Gesamtrechnung 75.000 Baht, welche er beim Verlassen des Krankenhauses bezahlen musste.

Warum erzähle ich das? Wer in Thailand unterwegs ist, braucht eine Krankenversicherung und sollte über 1.000–1,500 Euro verfügen, um die Krankenhausrechnung erst einmal selbst bezahlen zu können.

ADAC-Auslands-Krankenschutz

Mein Nachbar ist beim ADAC krankenversichert. Nach Kenntnisnahme riefen sie sofort im Krankenhaus an und fünf Minuten später, läutete auch schon sein Handy. Ein ADAC Mitarbeiter aus Bangkok war am Apparat und wollte den verantwortlichen Arzt sprechen. Für längere Auslandsaufenthalte von 2-24 Monaten kann man sich mit dem ADAC-Auslands-Krankenschutz Langzeit (AKS Langzeit) ideal absichern.



  ADAC Versicherungen

 

Der ADAC übernimmt zum Beispiel folgende Kosten:

  • Arzt- und Zahnarztkosten
  • Klinik- und Operationskosten
  • Krankenrücktransport
  • Personenbergung
  • Überführungskosten im Todesfall
  • Telefonkosten

Nachdem die Rechnungen vom Krankenhaus gefaxt wurden und nach Erhalt der Originalrechnungen, bekommt man die gesamten Krankenhauskosten innerhalb von 2-3 Wochen erstattet. Je nach Alter bezahlt man beim ADAC 450 Euro für 12 Monate und 1.170 Euro für 24 Monate. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kann man die Versicherung wieder verlängern.

DKV-Auslands-Krankenversicherung

Auch bei der DKV kann man sich in Thailand bis zu 36 Monaten absichern. Die Leistungen sind ähnlich der vom ADAC. Im Gegensatz zum ADAC könnt ihr auch in Thailand diese Versicherung abschließen, vorausgesetzt der ständige Wohnsitz ist in Deutschland.

Hier ist der Link zur Website: www.dkv.com

Thailändische Versicherungsgesellschaften

Wer in Thailand lebt, hat auch die Möglichkeit dort eine Krankenversicherung abzuschließen. Versicherungen gibt es viele, doch nicht alle halten das, was sie versprechen. Zuerst sollte man sich mehrere Vorsorgepläne besorgen und diese miteinander vergleichen. Die Versicherungsagenturen haben in den meisten Fällen englischsprachige Vorlagen, die sie nur noch ausfüllen und ausdrucken müssen.

Eine Liste thailändischer Versicherungsgesellschaften:

Welche Unternehmen Versicherungsverträge mit nicht-thailändischen Staatsbürgern abschließen und welche Krankenhäuser mit diesen Unternehmen Verträge halten, muss man im Einzelnen selbst erfragen.

Die TANASUB 30/30 erstattet zum Beispiel Rechnungen in Höhe von gesamt 100.000 Baht bei einem Jahresbeitrag von 8.939 Baht (ca. 190,00 Euro) und einer Vertragsdauer von 30 Jahren. Das ist zwar günstiger als die ADAC-Versicherung, aber hätte im Falle meines Nachbarn gerade mal für eine Woche gereicht. Auch bei den Operationen hätte man kräftig zuzahlen müssen. Ein weiterer großer Nachteil thailändischer Krankenversicherungen ist die Höchstversicherungsdauer bis zum Mitgliedsalter von 60 Jahren.

Wie sind eure Erfahrungen mit Krankenversicherungen in Thailand?

Hat Ihnen der Artikel gefallen?

12 Kommentare

12 Kommentare to “Krankenversicherungen in Thailand”

  1. dennisam 9. Juli 2008 um 19:18 1

    Hallo zusammen,
    ich habe noch keine Erfahrungen mit Auslandskrankenversicherungen gemacht. Jedoch plane ich, anfang 2009 auch für eine längere Zeit nach Thailand zu gehen und muss also auch eine neue Krankenversicherung abschliessen.
    Ich weiss, dass es eine Versicherung bei der DKV mit einem Tarif bis zu 36 Monate gibt. Die monatlichen Kosten liegen bei ca. 30 €, also nicht besonders teuer. Die Frage ist eben nur, was in solch einem Tarif alles inbegriffen ist und was alles von der Versicherung übernommen wird.
    Wenn man wirklich mal etwas Ernstes hat muss man also im Voraus zahlen, das wusste ich auch nicht. Ich frage mich was denn wäre, wenn man nicht genug Geld hat um die Kosten im Voraus zu zahlen.
    Viele Grüsse
    dennis

  2. Ningam 10. Juli 2008 um 04:52 2

    Hallo Dennis, ich lese auf der DKV-Website, dass der Versicherungsschutz nur maximal 6 Wochen gilt. Wo finde ich den Tarif für 36 Monate? Ansonsten sehe ich keine größeren Unterschiede zur ADAC-Auslandskrankenversicherung – Kosten werden zu 100% übernommen. Geht man als Ausländer in ein Privatkrankenhaus gehen die Thais erst einmal davon aus, dass er Geld hat. Das heißt die ärtzliche Hilfe bekommt man im Ernstfall sofort. Vor jeder Operation bekommt man die Kosten vom Arzt mitgeteilt und kann diese akzeptieren oder nicht. Inwieweit sich das Krankenhaus bei einem längeren Aufenthalt absichert, weiß ich nicht. Hat man aber seine Versicherungs-Police dabei, reicht das als Nachweis aus.

    Viele Grüße,
    Ning

  3. dennisam 10. Juli 2008 um 15:43 3

    Hallo Ning,
    hier ist der Link der DKV. Es gibt einen Reise- Krankenschutz bis zu 36 Monaten.
    Die Bedingungen sind fast gleich mit der ADAC Auslandskrankenversicherung.
    http://www.dkv.com/ausland-krankenversicherung-36-monate_167_179_700_8852.html

    Eine Frage habe ich noch. Wenn ich nach Thailand gehe, möchte ich in Deutschland meinen Wohnsitz abmelden. Weiss jemand, ob das ein Problem für die Krankenversicherung ist? Vielleicht reicht es ja, wenn man nur eine Kontaktadresse angiebt.
    mfg
    dennis

  4. Davidam 11. Juli 2008 um 04:40 4

    Hallo Dennis,
    eine Kontaktadresse für Deine Briefe solltest Du schon haben.

    Gruß, David

  5. ebert arthuram 13. Juli 2008 um 10:35 5

    hallo Dennis, habe deine Probleme gelesen ich würde Dir vor schlagen wende Dich mal an AXA Versicherungen in Köln, sie haben in Bangkok eine Vertretung die mit Deutschland zu sammen arbeitet dann hast Du jemand an Ort und Stelle den du fragen kannst.
    Wenn Du weitere Fragen über Thailand hast , dann wende Dich doch bitte an dass
    Thailändische Generalkonsulat in Frankfurt die können Dir auch weiter helfen.

    Wenn noch Fragen dann melden.

    Mit freundlichen Grüßen Arthur Ebert

  6. dennisam 13. Juli 2008 um 21:01 6

    Alles klar, danke für die Antworten.

  7. Robert Burream 21. September 2008 um 23:06 7

    Die DKV vergiss lieber:

    Versichern können sich Personen,
    – deren ständiger Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland liegt und
    – die nur vorübergehend ins Ausland reisen.
    Die Versicherungsfähigkeit ist auf unser Verlangen nachzuweisen. Sind die Voraussetzungen nicht
    gegeben, kommt ein Versicherungsvertrag trotz Beitragszahlung nicht zustande.

  8. Davidam 23. September 2008 um 06:50 8

    Hi Robert!

    Wieso? Der ständige Wohnsitz ist doch gegeben, wenn Du alle 6 Monate 2-3 Wochen in Deutschland bist. Speziel für einen längeren Aufenthalt (Auslandsjobs usw.) wird doch der Tarif AVL angeboten. Thai-Versicherungen sind meistens teurer und die Kosten werden nicht zu 100% abgedeckt. Weiterhin machen sie nur Verträge mit langen Laufzeiten. Und was ist wenn Du älter als 50 bist?

    David

  9. Robert Burream 26. September 2008 um 11:51 9

    Da behält man seinen Wohnsitz auch in Deutschland. Wenn Du ausgewandert bist, ist Dein Lebensmittelpunkt in Thailand. Keiner wandert nur vorübergehend aus.

  10. Heinz Niedertmeieram 27. September 2009 um 16:05 10

    Hallo,mein Name ist Heinz,
    ich habe vor Mitte 2010 nach Thailand auszuwandern.
    Kann mir jemand eine Krankenversicherung nennen die auch Diabetiker II versichern.
    Bitte helft mir und gebt mir Bescheid.
    mit dankbaren Grüßen
    Heinz

  11. Ronaldam 11. Juni 2010 um 19:12 11

    Hallo, ich war 2005 für 3 Monate in Thailand, habe dafür 24 € bei der Gothaer bezahlt. Ich musste tatsächlich für 3 Tage und Nächte in eine sehr gute Privatklinik in Khon Kaen. Einzelzimmer mit zusätzlicher Schlafgarnitur für dir Familie, Klimaanl. TV-Satelit, DVD-Player und eine riesige Auswahl an Spielfilmen in sehr vielen Sprachen, auch in deutsch. Der große Kühlschrank wurde 3-Mal aufgefüllt. Genutzt von meinen beiden Enkelkindern und vom Rest der Familie.
    Ich war wegen Magen-Darm-Problemen drin. 2-Mal bekam ich eine Massage, wegen Rücken- und Beinschmerzen. Wurde 2 Mal geröngt, bekam Spritzen und jede Menge Tabletten. Mit vollverpflegung (konnte leider nicht alles essen, dafür aber die Kinder). Jeden Tag war der Chefarzt 2 bis 3 Mal da und mindestens jede 1/2 Stunde eine Krankenschwester.
    Gesamtpreis 210,- €, hat die Auslandskrankenversicherung, Gothaer sofort nach Einschicken der Rechnung beglichen.
    Gruß Ronald

  12. Gregoram 9. Februar 2012 um 05:06 12

    In Bezugnahme deutscher Krankenversicherungen sei folgendes dazu gesagt. Wer seinen Hausstand = Wohnsitz nach § 7 BGB beim Einwohnermeldeamt sprich Bürgerbüro abmeldet und, in ein europäisches, oder außereuropäisches Ausland einreist unterliegt nicht mehr der sogenannten gesetzlichen Sozialversicherungspflicht, der gesetzlichen Krankenversicherungen. Brutto ist, soweit von einer möglichen Rente keine Steuern einbehalten werden gleich Netto. Einzig und alleine aufgrund dieser Tatsache, verlangen deutsche Prvatversicherer einen “Wohnsitz” Nachweis in der Federal Republik of Germany, konkret übersetzt Bundesrepublik von Deutschland. Damit werden, bei einer Heimholung des Erkrankten noch für kurze Zeit die Kosten von einer Privaten getragen, aber die Hauptlast auf die Allgemeint (GKV) abgewälzt. Einfach ausgedrückt man zahlt einmal an die GKV und dazu noch doppelt an die privaten. Das ist simpel ausgedrückt objektiver Betrug. Die Gesamtkosten betragen in der Regel somit um die 175 bis 250 Euro monatlich die der Versicherte aufbringt. Nachdem selben Muster mit Verweis auf die monatlichen Kosten einer privaten Versicherung im Ausland, rechnt jeder Anbieter. Denn einerseit spart sich der “Farang” die Kosten zu der GKV ein, andererseits möchte dieser auch denselben Rundumschutz im Ausland nicht verzichten. Demzufolge sollte jeder im Ausland über eine Hospitel Unfall- oder Haftpflichtversicherung nachdenken, diese ist im ganzen günstiger. Diese tritt auch nur für den Notfall in Kraft und stellt somit eine gewisse Deckung je Versicherungstyp genauso da. Natürlich muss man auf gewisse Annehmlichkeiten dabei schon verzichten können.

    Gruß Gregor

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Thailand Urlaub buchen

Thaimassage in Ihrer Nähe